29
Aug-2016

WWOOFing – Lebe und Arbeite auf einer Farm!

Du hast Lust auf einen Farmstay? Oft fällt im Zusammenhang mit Farmarbeit der Beriff WWOOF oder WWOOFing. Hier findest du Informationen zu den folgenden Themen:

  • Was ist WWOOFing?
  • Wie geht WWOOFing und was kostet es?
  • Links und Infos für WWOOF in Kanada, Australien und Neuseeland
  • Worauf du achten solltest
  • Vorteile und Nachteile im Vergleich zu einem bezahlten Job
  • Arbeit auf einer WWOOF Farm
  • Freizeit auf einer WWOOF Farm
  • Meine persönliche Erfahrung mit WWOOF

Was ist WWOOFing?

Wwoof (World Wide Opportunities on Organic Farms) ist ein weltweites Netzwerk, welches arbeitswillige Reisende mit Farmern zusammen bringt. Die Reisenden bekommen in der Regel kostenfreie Unterkunft und Verpflegung und helfen dafür auf der Farm. Wenn du über WWOOF auf einer Farm gegen Unterkunft und Verpflegung arbeitest, dann nennt sich das WWOOFing.

Du lebst und arbeitest bei einer lokalen Farm und lernst dadurch das Familienleben, die Region, die Kultur und die Verbindung zu Natur und Tieren kennen.

WWOOF Original

Wie geht WWOOFing und was kostet es?

Ganz einfach online für das jeweilige Land anmelden, Mitgliedschaft beantrage und Mitgliedsbeitrag bezahlen.

Erstelle deinen persönlichen Account und starte die Farmsuche über „Host listings“ Je nach Region und Merkmal kannst du dir dann eine Farm heraussuchen und diese direkt kontaktieren. Stelle dich vor, welche Pläne du hast, frage nach Verfügbarkeiten für deine gewünschte Zeit und kläre ab wie du zu Farm kommst. Mit ein bisschen Glück bist du schon bald auf einer Farm.

WWOOF Canada

Link und Infos für WWOOF in Kanada:

Hier kommst du zur Anmeldung für die WWOOF Mitgliedschaft in Kanada.
Der Mitgliedsbeitrag liegt für Einzelpersonen bei 60 CAD und für Gruppen bei 75 CAD. Die Mitgliedschaft ist dann für 2 Jahre gültig und du kannst während dieser Zeit immer wieder auf Farmen arbeiten.

WWOOF-Australia-Book

Link und Infos für WWOOF in Australien:

Hier kommst du zur Beantragung der Mitgliedschaft von WWOOF Australien.
Der Mitgliedsbeitrag für ein Jahr ist 70 AUC pro person.
Eine Australische Farm findest du über die App von WWOOF Australia oder über das Buch. Das Buch kannst du dir mit der Mitgliedschaftsanmeldung mit bestellen. Außerdem ist das Buch auch an mehreren Verkaufspunkten in Australien verfügbar. Hier findest du die Adressen dafür.

WWOOF-New-Zealand

Link und Infos für WWOOF in Neuseeland:

Hier findest du den Antrag zur Mitgliedschaft für WWOOF Neuseeland.
Einzelpersonen oder Pärchen zahlen 40 NZC für 14 Monate Online Mitgliedschaft. Gegen einen Aufpreis kannst du dir mit der online Mitgliedschaft auch ein gedrucktes Buch bestellen. Beachte, dass du während dem WWOOFing in Neuseeland eine gültige Arbeitsgenehmigung benötigst.

WWOOF Weltweit:

WWOOF ist ein weltweites Netzwerk und es gibt sehr viel mehr Länder als nur Australien, Neuseeland und Kanada. Hier findest du die Übersicht aller Länder.

Worauf du achten solltest!

  • Unterkunft: Meine Farm hat mir ein eigenes großes und schönes Zimmer gestellt. Manche Farmen bieten den Wwoofern aber auch nur einen alten Trailer, ein Zelt, oder selbst mitgebrachte Unterkunft an. Persönlich finde ich die Unterkunft direkt bei der Familie am besten, da du so den intensivsten Kontakt zu den Farmern hast. Frage zuvor nach, wie genau du untergebracht sein wirst.
  • Herkunft: Ich achte immer darauf, dass die Farm von Einheimischen geführt wird, da ich das echte kanadische Farmleben kennen lernen möchte. Wenn dir wichtig ist, welche Erfahrung du auf der Farm machst, dann achte auch darauf. Die angegebene Sprache ist oft ein Hinweis auf die Herkunft.
  • Bilder: Bilder vereinfachen die Suche nach einer passenden Farm. Eine Farm mit Bildern von dem Haus, der Umgebung und der Familie wirkt auf mich interessiert. Interesse ist ein gutes Zeichen für mich und ich entscheide mich lieber für eine Farm mit sympathischen Bildern. Auch ich habe Bilder von mir hochgeladen, sodass die Familie fairerweise einen Eindruck von mir vorab bekommen kann.
  • Rezensionen: Wenn die Farm Rezensionen hat, dann lese dir die Aktuellen durch. Rezensionen aus letzten Monaten geben einen guten Einblick in das Leben und Arbeiten auf der Farm.
  • Facebook: Währen meiner Suche habe ich oft die Farmer auch bei Facebook gesucht. Diese kleine „Stalkingtechnik“ kann dir schnell einen Einblick zur Person oder Familie geben.
  • Höre auf dein Gefühl: Das Profil, die Bilder und die Nachrichten einer Person oder einer Farm vermitteln direkt ein Gefühl. Wenn dir irgendetwas komisch vorkommt, dann suche lieber weiter. Sei allerdings auch bereit Kompromisse einzugehen, denn ein Farmstay ist kein Urlaub. 😉

Vorteile und Nachteile von WWOOFing im Vergleich zu einem bezahlten Job

Vorteile:

  • Schnell: Innerhalb weniger Stunden kannst du eine WWOOF Farm finden für die du arbeiten kannst.
  • Flexibel: Viele Farmer sind sehr flexibel. Nach Absprache vereinbart ihr die Zeiten wann du auf die Farm kommst und wie lange du bleibst.
  • Vielfältige Arbeit: Auf der Farm fallen jeden Tag unterschiedlichste Tätigkeiten an. Das Farmleben ist meist abwechslungsreich und es gibt vieles neue zu lernen.
  • Keine Nebenkosten: Meist sind die Farmen abgelegen und weit ab von größeren Städten. Es gibt also oft keine Möglichkeiten Geld auszugeben.
  • Familienleben: Oft wohnst du direkt mit der Familie in einem Haus und die Familie integriert dich in den Alltag. Diese Chance ist einmalig und du kannst wertvolle Kontakte knüpfen.
  • Natur: Die Farmen legen Wert auf einen ökologischen Anbau und du bekommst einen ganz neuen Bezug zur Natur, zu Lebensmitteln und zu den Tieren.

Nachteile:

  • Kein Geld: Du gibst kein Geld auf der Farm aus, dafür hast du auch keinen Verdienst, welchen du ansparen kannst.
  • Keine Qualitätsgarantie: Jede Farm ist anders und es kann natürlich auch passieren, dass du auf eine Farm kommst die dir nicht so gut gefällt. Manchmal ist die Unterkunft nicht sehr sauber, die Familie bezieht dich nicht mit in den Alltag mit ein oder die Arbeiten sind anstrengend.
  • Dauerhaft gebunden: Auf einer Farm bist du 24/7. Mal eben ins Kino oder auf einen Cafe in die Stadt ist nicht immer möglich.
  • Abgelegen: Oft sind die Farmen weit außerhalb von Städten und die Anfahrt kann schon mal etwas länger dauern.
Natur Pur - Manchmal Vorteil, manchmal Nachteil!

Natur Pur – Manchmal Vorteil, manchmal Nachteil!

Arbeit auf einer WWOOF Farm

Mein Arbeitstag hat meistens um 7 Uhr gestartet. Über den Tag verteilt haben wir der Familie bei den verschiedensten Aufgaben geholfen. Ich habe bei der Gartenarbeit geholfen, den Hühnerstall ausgemistet, im Haushalt sauber gemacht und mit der Gastmutter Brot und Kuchen gebacken. Die Gastmutter hat uns verschiedenste Bachtechniken beigebracht und hat uns lokale Gerichte gelehrt.

Michelle beim backen!

Michelle beim backen!

Die Arbeit war immer sehr interessant, da ich unglaublich viel gelernt habe.

Ich kann gar nicht genau sagen, wie viele Stunden ich pro Tag gearbeitet habe. Den ganzen Tag über war ich aktiv und habe hier und da mitgeholfen. Arbeit hat sich nicht immer wie Arbeit angefühlt, da es ein angenehmes Geben und Nehmen war. Die Farm hat mir einen Alltag, eine Familie und viele neue Erfahrungen gegeben, meine Hilfe war die Gegenleistung dafür. 🙂

Freizeit bei WWOOFing

Bei meiner Farm habe ich sieben Tage pro Woche mitgeholfen. Da mir die Arbeit Spaß gemacht hat und ich Teil der Familie war, hat sich das nicht nach vollen sieben Tagen Arbeit angefühlt. Nach Absprache habe ich aber auch mal ein Wochenende frei bekommen. Von anderen Farmen habe ich gehört, dass es auch anders organisiert sein kann. Manche Farmen beziehen die Wwoofer wohl nicht so sehr ins eigene Familienleben mit ein und legen dann genaue Arbeitszeiten und freie Tage fest.

Meine persönliche Erfahrung mit WWOOFing

WWOOFing-michelle-owl-from-home-to-world (1 von 1)

Relativ schnell habe ich eine passende Farm im Nordosten von Toronto gefunden. Die Familie klang sympathisch, die Zeiten haben gepasst und ich habe meinen Zug zum nächstgelegenen Bahnhof gebucht. Am Bahnhof hat mich der Farmer dann abgeholt und er hat mich gleich aufgeschlossen empfangen.

Die Arbeit auf der Farm war interessant, da man die Resultate der Arbeit sieht. Woher kommt das Gemüse und wie leben die Tiere? Durch die Zeit auf der Farm habe ich die Natur und die Tiere zu schätzen gelernt.

Mich hat es sehr glücklich gemacht eine kanadische Familie gefunden zu haben, welche mich an ihrem Familienleben teilhaben lies. Ich habe großen Respekt davor, das WWoofing Hosts Reisende offenherzig in ihre Privatsphäre einladen.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit meiner WWOOF Farm gemacht und kann es nur jedem Reisenden weiterempfehlen.

Viel Erfolg und hinterlasse gerne einen Kommentar mit deiner WWOOF Erfahrung.

*Diesen Beitrag habe ich zusammen mit Michelle verfasst. Michelle hat mehrere Woche auf einer WWOOF Farm in Kanada verbracht hat. Vielen Dank Michelle, dass du deine Erfahrungen mit mir geteilt hast. 🙂

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